Dritter „Digitaler Salon“ am 13. Juni 2016

Geschrieben von Office DCW am in Events, Home

Montag, 13. Juni 2016 / 19:00 Uhr / Keynote: Monika Kircher, Senior Director Industrial Affairs Infineon & Stefanie Lindstaedt, Know-Center, TU Graz / Thema: Geschäftsmodelle 4.0 – die neuen Plattformunternehmen

Die erfolgreiche Event-Reihe “Digitaler Salon”, ein neues und spannendes Veranstaltungsformat der DigitalCity.Wien Initiative, fand am Montag, 13. Juni bereits zum dritten Mal in den Räumlichkeiten der Wiedner Salons statt. Die Wiener IT-Salonièren Ulrike Huemer, Sandra Kolleth, Isabella Mader, Michaela Novak-Chaid, Tatjana Oppitz, Dorothee Ritz und Margarete Schramböck luden zu diesem interessanten Austausch ein. Die 50 geladenen Gäste erlebten erneut einen abwechslungsreichen und anregenden Abend, der diesmal mit zwei Keynotes gestartet wurde. Dieses Mal eröffneten Monika Kircher und Stefanie Lindstaedt zum Thema “Geschäftsmodelle 4.0 – die neuen Plattformunternehmen”.

Monika Kircher, Senior Director Industrial Affairs bei Infineon, besitzt auf Grund ihrer jahrelangen Tätigkeit im Bereich der „Fertigungs- & Mikroelektronik“ – Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts – ein besonders ausgeprägtes Gespür dafür, wie sich der aktuelle Markt entwickelt und welche Auswirkungen etablierte Unternehmen zu spüren bekommen, wenn sie nicht rechtzeitig auf neue Geschäftsmodelle reagieren können. Sie geht davon aus, dass 2020 rund 50 Milliarden Dinge datentechnisch miteinander vernetzt sein werden. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit sein, denn Unternehmen die sich in diesem Geschäftsbereich neue Modelle überlegen und Big Data zu Smart Data umwandeln und diese steuern, werden langfristig die nächsten großen Player am Markt werden – „Innovation als Antwort“ quasi. Kircher kommt aus dem Bereich der sogenannten „Heavy Assets“ – der Schwerindustrie, die zwar sehr verlässlich agiert aber am Markt recht starr und zäh auf neue Geschäftsmodelle reagiert. Es stellt sich also bewusst die Frage, was mit diesen hervorragenden Technologien geschehen wird, wenn andere Geschäftsmodelle vorherrschend sind und nicht mehr an die „Heavy Assets“ anknüpfen.

Laut Kircher sind es „Ecosystem Plattformen“ – die künftig Innovationen und Produkte vernetzen, ohne physisch am Ort vertreten zu sein wobei die Mitarbeiter dieser Plattformen von jedem Büro der Welt aus die Geschicke des Unternehmens leiten und Dienstleistungen anbieten, die aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken sind. Derzeit weltführend sind es Plattformen aus Nordamerika und Asien.

Aber es gibt auch positive Beispiele sogenannter „Heavy Assets“, die durch Innovation von innen heraus neue, erfolgreiche Geschäftsmodelle etabliert haben, ohne sich auf Plattformen aus Übersee zu beziehen – die Rede ist von Moovel aus dem Daimler-Konzern, das durch das Carsharing-Angebot Car2Go nicht mehr aus der heutigen Zeit wegzudenken ist.

In der zweiten Keynote an diesem Abend brachte die Informatikerin Stefanie Lindstaedt vom Know-Center an der TU Graz tätig – ihre Erfahrungen und Expertise ein, da ihre Abteilung versucht, Innovationsprozesse und neue Geschäftsmodelle in Unternehmen zu etablieren. Lindstaedt, die auch eine Funktion im Connect Advisory Forum (höchstes Advisory Forum der Europäischen Union im Bereich IKT) innehat, sieht potentielle Gefahren für europäische Unternehmen gegeben, die auf Grund des starken Drucks aus Nordamerika und Asien immer mehr in eine Handlungsnot gedrängt werden – diese neuen Geschäftsmodelle (sog. Enterprise Plattformen) sind schon lange kein „Micky Mouse Geschäft“ mehr.

Die Enterprise Plattformen stellen ein komplett neues Geschäftsmodell mit neuartiger Geschäftsbeziehung dar, bei der sich nicht mehr „nur“ zwei Geschäftspartner gegenüberstehen, sondern durch eine Vielzahl an Partnern auch ein Vielfaches an Interaktion die Möglichkeiten für jeden einzelnen erheblich steigert. So geschieht das beim Prinzip der „Dreiecks-Beziehungen“ (Partner+Partner+Plattform) bei dem sich die Netzwerkanforderungen derart verändern, dass mehr Benutzer in den Prozess involviert werden und immer mehr Wert generieren, der einen sich selbst verstärkenden Kreislauf zur Folge hat. Je stärker und datenreicher eine Enterprise Plattform ist, desto höher ist der Druck, der auf Unternehmen mit diesem aufgebauten Know-How ausgeübt wird.

Der Arbeitsmarkt reagiert natürlich auch auf diese Plattformen und den neuen Geschäftsmodellen – bis 2016 wurden rund 1.5 Millionen Arbeitsplätze weltweit geschaffen – Tendenz klar steigend. Bildungseinrichtungen müssen auf diese Erkenntnisse reagieren und Bildungsangebote schaffen, um digitale Kompetenzen zu vermitteln und Studierende auf die Berufe „Data Scientist“, „Data Management“, „Data Analytics“ etc. um gezielt den Bedarf, der sich veränderten Branche, decken zu können.

Die anschließende Diskussion wurde von IT-Salonière Tatjana Oppitz stellvertretend für alle Wiener IT-Salonièren eingeläutet. So wurde schließlich – ganz in der Tradition der Wiener Salons – konstruktiv und angeregt miteinander diskutiert und über den Abend reflektiert.

Ein besonderer Dank gilt unserem Kooperationspartner Druck .

Die Einleitung von Ulrike Huemer sowie die Keynote von Monika Kircher in voller Länge zum Nachsehen:

Die Keynote von Stefanie Lindstaedt in voller Länge zum Nachsehen:

Und hier eine kleine Fotoauswahl:

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Für alle Detailinformationen kontaktieren Sie bitte gerne Birgit Ginzler (TINA Vienna).

Wir freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen und hoffen, Sie erneut zahlreich begrüßen zu dürfen!

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Zielsetzung des Digitalen Salons sowie weitere Informationen zum Veranstaltungsformat.