Achtzehnter „Digitaler Salon“ am 19. März 2018

Geschrieben von Office DCW am in Events, Home

Montag, 19. März 2018 / 19:00 Uhr / Keynote: Corinna Milborn – Informationsdirektorin und Mitglied der Geschäftsleitung bei ProSieben.Sat1.PULS4 / Thema: Medienbranche und politische Berichtserstattung im Einfluss der Digitalisierung….wie google, facebook, amazon unsere Demokratie untergraben und wie man dagegen ankommt Die erfolgreiche Event-Reihe “Digitaler Salon”, ein spannendes Veranstaltungsformat der DigitalCity.Wien Initiative, fand am Montag, den 19. März bereits zum 18. Mal in den Räumlichkeiten der Wiedner Salons statt. Die Wiener IT-Salonièren Ulrike Huemer, Sandra Kolleth, Isabella Mader, Michaela Novak-Chaid, Tatjana Oppitz, Dorothee Ritz und Margarete Schramböck luden zu diesem interessanten Austausch ein. Die Gäste erlebten erneut einen abwechslungsreichen und anregenden Abend, der diesmal mit einer Keynote von Corinna Milborn zum Thema „Medienbranche und politische Berichtserstattung im Einfluss der Digitalisierung….google, facebook, amazon unsere Demokratie untergraben und wie man dagegen ankommt”, eröffnet wurde. Mit ihrer Keynote beantwortet Corinna Milborn folgende Fragen: Facebook, Google, Youtube, Amazon – wie verändert diese die Medienwelt, Diskurs und Demokratie? Ist die Demokratie in Gefahr? Warum? Was kann jeder von uns tun?   1) Begriffsabgrenzung: Plattformen vs. Medien   Plattformen sind nicht für ihre Inhalte verantwortlich. Das Host-Provider-Privileg entbindet von den Vorschriften des Medienrechts: der Überbringer (Provider) ist inhaltlich nicht für das Überbrachte (die Nachricht) verantwortlich, die er übermittelt, aber nicht selbst erstellt. Medien: unterliegen dem Medienrecht und tragen inhaltliche Verantwortung. Es gilt etwa die Wahrung journalistischer Sorgfalt, der Schutz der Persönlichkeitsrechte, Schutz der Unschuldsvermutung. Hetze, üble Nachrede, Unwahrheiten,…sind verboten.   2) Sind nun Facebook, Google, Youtube oder Amazon wirklich Plattformen i.e.S.? Facebook, Google, Youtube, Amazon agieren wie Plattformen und übernehmen keine inhaltliche Verantwortung. Dennoch: Newsfeed, Empfehlungen und Algorithmen sind personalisiert und zeigen, was am relevantesten ist, was Aufmerksamkeit erregt. Das Hauptkriterium = was ist relevant. Die Algorithmen sind von Menschen gemacht. Daraus schließt Corinna Milborn: Facebook, Youtube, Google, Amazon sind Medien zuzurechnen und in medienrechtliche Verantwortung zu nehmen.   3) Wirtschaftliche Bedeutung der Unternehmen   Beim weltweiten Ranking der wertvollsten Unternehmen dominieren inzwischen Technologiekonzerne, unter den Top5-Unternehmen befinden sich Facebook, Amazon und Google. Fast der gesamte Zuwachs an europäischen Werbeausgaben entfällt auf Google und Facebook. Unternehmen, wie Facebook oder Youtube und Amazon, haben Monopolstellung und nehmen durch Ihre Informationssteuerung Einfluss auf demokratische Werte. 4) Auswirkungen auf die Demokratie?   Corinna Milborn erklärt dies am Beispiel „Newsfeed“. Manche Informationen rücken in den Vordergrund, andere in den Hintergrund. In den Vordergrund rücken z.B. Dinge, die wütend machen: Hass verbreitet sich (Online Mobbings – Bsp. Jo Cox), Onlinehass bleibt nicht online; Lügen verbreiten sich ungehindert (Bsp. Italien Referendum: 7 von 10 Topics waren falsch!) und Extreme bzw. Extremismus werden gefördert. 5) Was hilft, um mit den Herausforderungen umzugehen? Es sind die Regulierungen, die Corinna Milborn einfordert. Das Medienrecht soll für alle Medien gelten. Damit ist die inhaltliche Verantwortung verpflichtend. Außerdem unterstützt sie den Gedanken von Kooperationen und lokalem Austausch der Medienunternehmen untereinander. Abschließend betont Corinna Milborn, dass wir uns in einer Zeit der Mediendisruption befinden und jeder Umbruch Chancen und Risken birgt. Wie bei jeder historischen Medienrevolution (vgl. Erfindung des Buchdrucks oder die Einführung von Radio/TV) bedarf es auch jetzt eigener Regelungen zur Wahrung der Pressefreiheit und der journalistischen Sorgfaltspflicht, und der Integration der neuen Medien ins Medienrecht. Corinna Milborn schreibt zu diesem Thema zusammen mit Markus Breitenecker ein Buch, das vom Brandstätter Verlag im Mai 2018 veröffentlicht wird. Die anschließende Diskussion wurde diesmal von Tatjana Oppitz eingeläutet. Es wurde – ganz in der Tradition der Wiener Salons – konstruktiv und angeregt miteinander diskutiert, etwa über die Wichtigkeit der digitalen Aufklärung der Gesellschaft und der Möglichkeiten der Integration der digitalen Themen im Lehrplan der Schulen bzw. die Chance für die öffentlich rechtlichen (unabhängigen) Medien, JETZT in Inhalte und in Technik zu investieren. Ein besonderer Dank gilt unserem Kooperationspartner

Druck . Hier sehen Sie die Keynote von Corinna Milborn:

Hier sehen Sie die Zusammenfassung des Abends:

 

Und hier ein paar ausgewählte Fotos:   [Not a valid template] Für alle Detailinformationen kontaktieren Sie bitte gerne Claudia Kanonier (Urban Innovation Vienna). Wir freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen und hoffen, Sie erneut zahlreich begrüßen zu dürfen!