Angewandte AI: Was bringt die Zukunft?

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Die Digitalisierung, das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind in der realen Wirtschaft und in unserem Leben angekommen. Jedoch sehen wir neben spannenden Leuchtturmprojekten noch viele Domänen, in denen es an der Magic Sauce fehlt mit deren Hilfe immer noch enthaltene manuelle Prozesse durch Softwarelösungen entweder ersetzt oder augmentiert werden können. Gerade solche manuellen Prozesse reduzieren den Impact der Digitalisierung, machen Smart Home Produkte wenig aufregend oder Industrie 4.0-Anwendungen zu aufwändig für die Umsetzung. Und am Ende skalieren sie nicht für den breiten Einsatz.

Dietmar Millinger & Clemens Wasner (v.l.n.r.)

Hier kommen rechtzeitig AI und Machine Learning ins Spiel, zwei Themen die sich in den letzten Jahren explosionsartig entwickelt haben. Ermöglicht wurde dies durch das Zusammenspiel von vier Faktoren: die ständige Steigerung der verfügbaren Rechenleistung, die Verfügbarkeit von riesigen Datenmengen, die Verbesserung von Machine Learning Algorithmen und letztens massive Investitionen in das Thema in Forschung und in der Industrie.

Unter dem Oberbegriff “ Democratization of Tools ” wurde in den letzten Jahren eine sehr große Anzahl an AI und Machine Learning Entwicklungen als Open Source zur Verfügung gestellt. Selbst allerneueste Techniken wie Reinforcement Learning, die es ermöglicht haben den besten menschlichen Spieler in dem hochkomplexen Brettspiel Go zu besiegen, stehen innerhalb von nur wenigen Monaten allen Entwicklern zur Verfügung.

Für Österreich, mit seiner feingliedrigen Industrie- und Forschungsstruktur, stellt die Gewohnheit, solche Ergebnisse und die dazu verwendeten Softwarepakete öffentlich zu machen, eine wesentliche Chance dar. Der aktuelle Stand der AI Forschung kann dadurch mit wesentlich reduziertem Zeit- und Geldaufwand an lokale und branchenspezifische Anforderungen angepasst werden und so Anwendung in bestehende Wertschöpfungsketten finden – unabhängig von Spezialisierung und Marktgröße.

Dieser Vorgang – das Anwenden von neuesten AI Methoden in existierenden Wertschöpfungsketten – beschreibt am besten unser Verständnis von Applied AI . Wir sind der Meinung, dass Applied AI heute weltweit an einem Tipping Point angelangt ist und es sich keine Volkswirtschaft der Welt leisten kann, dabei nur den Beobachter zu spielen. Damit ist es an der Zeit aktiv zu werden und jetzt nach Möglichkeiten zu suchen, das Thema und den Prozess zu fördern um keine Chancen für den Standort Wien und Österreich zu versäumen.

Wir planen dazu einen Workshop im Rahmen der DigitalCity.Wien-Initiative, bei der TeilnehmerInnen aus Forschung und Industrie Ihren Bedarf und Anforderungen darstellen sollen. Mit dieser Information wollen wir gemeinsam mit DigitalCity.Wien weitere Maßnahmen und Aktivitäten in die Wege leiten, um den Einsatz von AI zu fördern. Details zum Workshop werden in Kürze ausgesendet.

Neben Applied AI gibt es noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten, die Potentiale von AI und Machine Learning auszuschöpfen. Bereits heute finden sich in der Austrian AI Landscape – einer regelmäßig durch das Startup EnliteAI aktualisierten Übersicht von Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen – eine Vielzahl von Anbietern spezifischer AI Lösungen in Österreich und auch schon einigen Startups, deren Kernangebot auf reinen AI Lösungen basiert. Ein gezielter Fokus von Lehre, Forschung, Weiterbildung, Förderung und Publizität wird dabei helfen, alle diese wirtschaftlichen Aktivitäten zu stärken und damit den Standort Österreich zukunftsfähig zu machen. Seien Sie dabei und gestalten Sie die Zukunft mit! Um diesen Vorgang zu beschleunigen, möchten wir mit AI Austria eine österreichweite Initiative ins Leben rufen, die sich genau das zum Ziel setzt.

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Dietmar Millinger ist Gründer von GREX Professional Makers. Das Unternehmen setzt innovative Ideen mit neuen Technologien prototypisch um. Ein Schwerpunkt dabei ist Machine Learning & AI. Dietmar Millinger ist Lehrbeauftragter an der FH Hagenberg mit dem Schwerpunkt Einführung in Künstliche Intelligenz.

Clemens Wasner ist Gründer und CEO von EnliteAI, einem auf die praktische Anwendung von AI spezialisierten Unternehmen aus Wien Davor war er über 10 Jahre für Österreichs größte Unternehmensberatung tätig, wo er von Tokyo und Beijing aus als Partner für das Asiengeschäft zuständig war.