DigitalCity.Wien – ein fruchtbarer Boden für schlaue Köpfe und innovative Ideen

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog

Vor ein paar Tagen hat man mich gefragt, warum ich mich für DigitalCity.Wien engagiere. Ja, warum eigentlich?

Vor ca. 1,5 Jahren wurde ich von einem der Initiatoren auf die Initiative aufmerksam gemacht und zum groß angelegten „I like IT“-Flashmob am 14.9. eingeladen. Ich habe mir kurz davor auftragsgemäß ein gelbes „I like IT“-T-Shirt (in S) bestellt, 25 Stück (in L und XL) geliefert bekommen und bin dann in quasi knielanger Montur mit ungefähr 2000 anderen „IKT-Aktivisten“ zuerst winkend im I und dann winkend im Herz gestanden, um danach in der Menge mit zum Rathaus zu marschieren. Der Event war super. Es hat richtig Spaß gemacht, so viel Enthusiasmus und Motivation zu sehen, aber die Triebfeder für mein folgendes Engagement war er nicht. Die Initialzündung kam aus einer ganz anderen Richtung.

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Ich hatte mich zuvor ziemlich intensiv mit der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für den immer digitaler werdenden Industriesektor beschäftigt, mehr als 400 Online-Marktplätze und DIY-Tools analysiert und meine darauf aufbauenden Konzepte und Pläne im Anschluss u.a. beim Geschäftsführer eines Großkonzerns präsentiert. Er war begeistert und meinte: „Frau Stromberger, ich war gerade in den USA in den Labs von Google & Co. Das, was Sie vorhaben, ist definitiv die Zukunft. Genau in diese Richtung wird es gehen. Aber wenn Sie das wirklich machen möchten, dann sollten Sie schleunigst ins Silicon Valley gehen. Bis das hier jemand verstanden hat und einsteigt, ist dieser Zug längst abgefahren.“

Das positive Feedback tat natürlich gut, aber gleichzeitig war das auch eine schockierende Botschaft. Wo kommen wir denn bitte hin, wenn jeder Europäer, der eine innovative Idee hat, auswandern muss, um voran zu kommen, oder zumindest denkt, dass dem so ist? Wir stecken große Summen in unsere Bildungs- und Forschungssysteme und wenn etwas Schlaues dabei herauskommt und wir die Früchte ernten könnten, verlieren wir das Potenzial schneller als wir schauen können an die USA oder China, weil wir ev. zu langsam entscheiden und aus Angst vor dem Scheitern zu wenig Geld in die Vermarktung innovativer Geschäftsmodelle stecken. Dabei haben wir so einen erstklassigen Nährboden!

Dass es uns nicht an klugen Köpfen mangelt, ist ja bereits bekannt. Zudem haben wir eine sehr gute Förderlandschaft, was die Produktentwicklung selbst betrifft. Es fehlt uns vielleicht lediglich an etwas Risikobereitschaft, dem Selbstbewusstsein, dass echte Innovation auch (wieder) aus unseren Breitengraden kommen kann, und der wachen Beschäftigung mit und aktiven Ausrichtung auf zukünftige(n) Entwicklungen.

Dazu braucht es vermutlich nicht mehr als einen „kleinen Ruck“. Da wir faktisch alles haben, was wir benötigen, kann es nur eine Frage des sich Bewusstmachens und einer Neudefinition unserer Ziele und Aktivitäten sein – und das ist wiederum primär ein Kommunikationsthema, womit wir bei DigitalCity.Wien wären, einer Initiative, die sich dieser Aufgabe annehmen möchte.

Ich lebe wahnsinnig gerne in Wien. Ich mag den Lifestyle und unseren Wohlstand und finde beides erhaltenswert. Aus meiner Sicht macht es absolut Sinn, daran mitzuarbeiten, dass es so bleibt oder womöglich noch besser wird. Ich habe daher beschlossen, das, was mir vorschwebt, hier zu versuchen – Schritt für Schritt. Momentan kann ich die „Sie sollten auswandern“-These erfreulicherweise nicht bestätigen. Bisher haben alle wahnsinnig flexibel und offen reagiert. Man freut sich offensichtlich über Innovation und ist dazu mehr als bereit. Sollte ich in Zukunft überraschenderweise doch noch andere Erfahrungen machen und „scheitern“ – wie immer das dann auch aussehen mag – werde ich aufstehen und es erneut versuchen.

Industry meets Makers

Zum ersten konkreten Schritt: Er besteht im Start unseres ambitionierten DigitalCity.Wien-Pilotprojekts Industry meets Makers, bei dem es darum geht, dass Top-Industriebetriebe Briefings in den Bereichen Internet der Dinge, 3D-Druck, Robotik/KI, Industrie 4.0 und Smart Digital City ausschreiben und sog. „Makers“ (Studenten/innen, SchülerInnen, freie ProduktentwicklerInnen, Startups und Kleinunternehmen) dazu einladen, sie im Rahmen eines mehrmonatigen Programms zu lösen.

Das Ziel des Projekts besteht darin, eine wachsende Open Innovation-Community auf- und auszubauen, die sich aktiv mit der Entwicklung von innovativen Zukunftstechnologien beschäftigt. Das Projekt soll dazu beitragen, sichtbar zu machen, was längst in uns steckt, unsere Innovationskraft weiter ankurbeln und uns dazu animieren, im HighTech-Bereich verstärkt Fahrt aufzunehmen.

Die Laufzeit ist vorerst für den Zeitraum April bis Oktober 2016 angesetzt. Wir starten am 1. und 2. April mit einem Kick-off-Barcamp bei dem IndustrievertreterInnen und Makers gemeinsam dazu brainstormen werden, wie an die Themen am besten herangegangen werden könnte, und enden mit einem Abschluss-Event am 20. Oktober im Rahmen der diesjährigen Digital Days. Bei diesem wollen wir präsentieren, zu welchen Ergebnissen wir es in der Zeit gebracht haben und welche Schritte als nächstes gesetzt werden.

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie auf Industry meets Makers. Bei weiteren Rückfragen stehe ich unter sandra@lusan-p.at sehr gerne zur Verfügung!

Sandra Stromberger ist seit ca. 18 Jahre in der Medienbranche tätig, lebte in den vergangenen Jahren in Wien und Berlin und hat an der Freien Universität in Berlin Kommunikationswissenschaft studiert. Zu ihren früheren Arbeitgebern zählten Unternehmen, wie die Filmproduktion DoRo, die deutschen Internet-Agenturen I-D Media und Fork Unstable Media sowie die in Österreich angesiedelte ACTS Group. Seit ca. 7 Jahren berät sie national- und international agierende Unternehmen im Digital-Bereich. Ihre Schwerpunkte liegen in der Analyse, Strategieentwicklung, Konzeption und Projektentwicklung. Seit September 2014 ist sie Mitglied des DigitialCity.Wien-Kernteams.