DigitalCity.Wien unterstützt Integration

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DigitalCity.Wien integriert: Asylberechtigte mit IT-Fachkenntnissen werden Teil der Wiener IT Branche

Julia Fischer

Julia Fischer

Die IT-Branche ist immer auf der Suche nach Fachkräften. Kompetenzchecks und Studien über Qualifikationen zeigen, dass viele Flüchtlinge über ein hohes Bildungsniveau verfügen. Deshalb haben wir als HMP Beratungs GmbH schon vor über einem Jahr damit begonnen, uns Gedanken zu machen, wie man als IT-Branche hier unterstützen bzw. sich einbringen kann, um eine Integration schnell und erfolgreich zu ermöglichen.

Schon allein die rechtliche Lage stellte eine große Herausforderung dar, da die Einbindung von Flüchtlingen in das Arbeitsleben erst NACH Erhalt des Asylbescheids möglich ist, bis dahin können nur Bildungsangebote (Kurse, e-Learnings, etc.) zur Verfügung gestellt werden. Doch stellt insbesondere in technischen Berufen die fehlende Praxis in geeigneten Unternehmen das Problem dar. Es schien als wäre das Zusammenfinden von Asylberechtigten und interessierten Firmen eine Challenge. Dies bestätigte sich auch in ersten Gesprächen mit unseren Ansprechpartnern vom AMS Wien. Und genau hier setzen wir mit unserer Flüchtlingsinitiative an: wir wollen Personen, die in ihrer Heimat IT-Qualifikationen erworben haben, die Möglichkeit bieten, Praxiserfahrungen in Form von Arbeitstrainings zu sammeln und gleichzeitig das Arbeitsleben in Österreich kennen zu lernen.

Gemeinsam versuchten wir aus der DigitalCity.Wien Initiative heraus über unsere Netzwerke Wiener IT-Unternehmen zu finden, die Praxisplätze für Flüchtlinge bereitstellen wollen – mit großem Erfolg. Nach einigen Vorbereitungsrunden im Kernteam, bestehend aus AMS Wien, Objentis und HMP Beratungs GmbH, fand endlich unser Kick-Off mit den interessierten Firmen statt:

Am 23.01.2017 trafen Vertreterinnen und Vertreter von 10 IT-Unternehmen beim AMS Wien ausgewählte Asylberechtigte mit IT-Fachkenntnissen und vereinbarten mit ihnen Arbeitstrainings als Einstieg in die österreichische Berufswelt. Fünf Asylberechtigte erhalten damit die Chance, betriebliche Strukturen und Arbeitsabläufe kennen zu lernen sowie ihre Kompetenzen weiter zu entwickeln. Außerdem haben Unternehmen die Möglichkeit selbst herauszufinden, wie viel auch sie davon profitieren können. Am Ende des Termins konnten alle mit einem guten Gefühl in ihren Alltag zurückkehren. Die ursprüngliche Idee konnte jetzt in die Tat umgesetzt werden und alle Beteiligten hatten einen sehr positiven ersten Eindruck.

Unsere Initiative verfolgt mehrere Ziele: zum einen wird durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher IT-Unternehmen Start-Ups, EPUs, Privatunternehmen, internationale Konzerne oder öffentliche Hand – der IT-Standort sichtbar gemacht und gestärkt. IT soll in Wien auf höchstem Niveau und für alle zur Verfügung stehen sowie gleichzeitig Innovation schaffen und Arbeitsplätze sichern. Zum anderen zeigt dieses Projekt, dass die IT-Branche bereit ist, einen Beitrag im Sinne sozialer Verantwortung zu leisten. Tscheinig, Geschäftsführer von OBJENTIS, dazu: „Die gelungene Integration von Asylberechtigen in unserer Gesellschaft ist die notwendige Voraussetzung für ein erfolgreiches Miteinander. Speziell die IT-Branche kann hier die Vorreiter Rolle übernehmen.“

Wesentlich für den Erfolg war – wie bei allen Projekten – eine gute Vorbereitung und Planung. Gemeinsam haben wir daher strukturierte Interviews organisiert und durchgeführt, um die IT-Qualifikationen gezielt zu ermitteln. Die 10 aussichtsreichsten Asylberechtigten wurden für dieses Pilotprojekt ausgewählt, mit dem Ziel, dass sie nach dem Praktikum unmittelbar in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

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Besonders gefreut hat uns, dass in diesem Projekt Unternehmen aus dem öffentlichen und privaten Bereich in allen Größen zusammengearbeitet haben und den ersten Schritt zur Integration gegangen sind. Daher bedanke ich mich einerseits bei unseren Ansprechpartnern beim AMS, bei LSZ Consulting, die mit ihren Aussendungen die Werbetrommel gerührt haben, aber vor allem auch bei allen Unternehmen, die Plätze für das Arbeitstraining angeboten haben: Nagarro, Infinica, ITSV, The Unbelievable Machine Company und Objentis.

Das Unterbringen von fünf Personen stellt selbstverständlich erst einen Anfang dar. Die Initiative soll aber einerseits ein erster Schritt sein, andererseits aber vor allem auch die Möglichkeit bieten, Erfahrungen zu sammeln, sodass Maßnahmen zukünftig zielgerichtet gesetzt werden können. So hoffen wir das Thema in eine richtige Richtung vorangetrieben zu haben und andere dazu anzuregen sich auch dahingehend zu engagieren.

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Julia Fischer ist Unternehmensberaterin bei HMP Beratungs GmbH und beschäftigt sich dort vor allem mit Projekten rund um das Thema New World of Work, beginnend bei der Analyse von Arbeitsweisen über Spielregeln bis zu technische Lösungen, die die Neue Welt des Arbeitens ermöglichen. Sie arbeitet mit dem Forschungsinstitut für Digital Business Transformation der IMC FH Krems zusammen und ist dort Gastvortragende in Forschungsprojekten.