Digitaler Jahresrückblick

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Und schon ist es wieder so weit: ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch 2017 hat sich in Wien im Zusammenhang mit Digitalisierung und IT einiges getan. Und auch im letzten Jahr bestand unsere große Herausforderung als Stadtverwaltung darin, die Weichen dafür zu stellen, dass Wien fit für die Zukunft bleibt. Um das zu schaffen haben wir, wie auch schon in der Vergangenheit, regelmäßig auf BürgerInnenpartizipation gesetzt. Ein „digitaler“ Jahresrückblick.

Ulrike Huemer © Franz Pflügl

Gleich zu Beginn des Jahres konnten wir als Stadt Wien mit der Sag’s Wien App unser digitales Serviceangebot erweiterten und dabei die Möglichkeit der Kommunikation zwischen BürgerInnen und Stadtverwaltung auf ein neues Level heben. Die App ermöglicht es den WienerInnen in direkten Kontakt mit dem Magistrat zu treten und jederzeit von unterwegs via Smartphone ein Anliegen, eine Gefahrenstelle oder eine Störung zu melden.

Realisiert wurde die App von PACE, unserem „magistratsinternen Startup“. PACE entwickelt abseits der Regelprozesse des Magistrats mit innovativen Methoden neue Konzepte und Lösungen für Dienststellen der Stadt Wien sowie unsere BürgerInnen mit dem Ziel, die Stadt Wien als Innovationsstandort zu fördern. Nach der erfolgreichen Umsetzung der Sag’s Wien App wurde das PACE-Team ein fixer Bestandteil der Stadtverwaltung und wird in Zukunft auch weiter ausgebaut.

Im Frühjahr fand auch der mittlerweile 7. Open Data Day statt, an dem sich auch die Stadt Wien wieder mit Veranstaltungen beteiligt hat. Bereits seit 2010 wird am Open Data Day auf die Bedeutung von öffentlich zugänglichen Daten hingewiesen. Als Stadt Wien sind wir stolz auf unsere immer größer werdende Open Government Datenbank, aus der schon zahlreiche Anwendungen und Geschäftsideen entstanden sind. Auch in Zukunft werden wir das Angebot stetig ausweiten – betroffen sind natürlich wie immer nur nicht-personenbezogene Daten der Stadt wie z.B. Luftgüte oder Öffi-Haltestellen.

2017 haben meine MitarbeiterInnen auch mit der Ausarbeitung einer Internet-of-Things (IoT) Strategie für die Stadt Wien begonnen. IoT könnte die Grundlage für zahlreiche weitere digitale Services entstehen sein, die den Alltag der WienerInnen erleichtern. Da aber auch Bedenken und Risiken mit IoT einhergehen und weil wir finden, dass solche Strategien grundsätzlich nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen (siehe auch Digitale Agenda Wien), haben wir auch für die IoT wieder mit einem online-Partizipationsprozess gestartet, bei dem alle BürgerInnen und UnternehmerInnen eingeladen waren ihre die Ideen und Meinungen zu IoT mitzuteilen. Auf Basis dieser ersten partizipativen Phase arbeiten wir nun ein Papier aus, das auch schon konkrete mögliche IoT-Anwendungen beinhaltet und anschließend wieder mit den WienerInnen diskutiert werden soll.

Ein weiteres großes Projekt, das 2017 sehr viele Ressourcen beansprucht hat (und das wird sich auch 2018 nicht so schnell ändern) ist „Dreiklang“, bei dem die drei IT-Abteilungen der Stadt (MA 14, KAV-IT und AKH-IT) zu einer organisatorischen Einheit, die MA 01, zusammengelegt werden. Durch diese IT-Konsolidierung werden nicht nur Ressourcen effizienter eingesetzt und Serviceleistungen verbessert, sie schafft auch die Grundlagen für zukunftsweisende Initiativen in den Bereichen Innovation, IT-Sicherheit und Smart City Wien. Eine Besonderheit der neu geschaffenen MA 01, die am 1. Juli 2018 ihre Arbeit aufnehmen soll, ist ihr Name, den die knapp 1.000 MitarbeiterInnen in einem partizipativen Onlineprozess selbst bestimmen konnten.

Der Herbst begann traditionell mit dem digitalen Highlight des Jahres: die „Digital Days“ fanden heuer von 20.-21. September an der Universität Wien statt und fanden ihren Abschluss mit einem großen Event im Wiener Rathaus. Bei den „Schautagen“ der Wiener IT Branche wurde auch heuer wieder die Digitalkompetenz am Standort Wien in ExpertInnengesprächen und auf der neuen „DigitalCity.Wien TechStreet“ präsentiert. Als CIO der Stadt Wien freut es mich jedes Jahr aufs Neue diese und andere Initiativen der DigitalCity.Wien, wie die Digitalen Salons oder die monatlichen Montagsrunden, gemeinsam mit meinem Team tatkräftig unterstützen zu können.

Ebenfalls im Herbst haben wir mit der Evaluierung und Weiterentwicklung der Digitalen Agenda Wien begonnen – natürlich wieder unter Mitwirkung der WienerInnen. Die Digitale Agenda Wien ist die Strategie der Stadt für den Umgang mit der Digitalisierung. Sie ist 2015 in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit BürgerInnen und UnternehmerInnen entstanden – auch mit dem Versprechen, dass sie nicht in Stein gemeißelt ist. Deshalb, und weil drei Jahre im Zeitalter der Digitalisierung eine halbe Ewigkeit sind, wird die Digitale Agenda aktuell neu diskutiert und weiterentwickelt: Sind die damals getroffenen Annahmen noch aktuell? Was fehlt und was ist bereits überholt? Wo sehen Sie die „Digital City“ Wien im Jahr 2020? Welche Entwicklungen müssen von der Stadt Wien aufmerksam beobachtet werden, um 2020 weiterhin an der Spitze zu sein? Auch Ihre Meinung ist gefragt, ich lade Sie herzlich dazu ein mitzureden unter www.digitaleagenda.at

2017 war die Stadt Wien Gastgeber des diesjährigen „Fiberday“, der Ende November im Rathaus stattfand. Hochkarätige ExpertInnen der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche und aus dem öffentlichen Sektor – darunter der Wiener Breitbandkoordinator DI Josef Dirmüller – über die Herausforderungen und Chancen der Gigabit-Gesellschaft. Unsere Breitbandstrategie in Wien sieht vor, dass bis 2020 flächendeckend symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s und bis 2035 von 1Gbit/s zur Verfügung stehen.

Die Stadt Wien hat zu Beginn des Jahres 2017 den innovativen BürgerInnenservice Sag’s Wien präsentiert und wir beenden das Jahr mit der Präsentation eines innovativen Pilotprojekts zum Thema Blockchain. Das Projekt hat konkret zum Ziel, die Integrität von OGD (Open Government Data) abzusichern. Seit 14. Dezember werden die Prüfsummen von OGD der Stadt Wien in öffentlichen Blockchains abgelegt und können von der interessierten Öffentlichkeit abgerufen werden. Die NutzerInnen können somit die Authentizität und Historie der Daten unabhängig von einer zwischengeschalteten Institution selbst einsehen und prüfen. Mit diesem Pilotprojekt wollen wir direkte Erfahrungen im Umgang mit der Blockchain Technologie sammeln – weitere Pilotprojekte sind bereits geplant.

2017 war ein arbeitsintensives Jahr. Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei meinem Team, den IT-MitarbeiterInnen der Stadt Wien, den KollegInnen von der DigitalCity.Wien-Initative und bei allen WienerInnen, die bei unseren Partizipationsprozessen eingebracht haben, bedanken. Ich bin mir sicher, dass auch 2018 ein spannendes und innovatives Jahr werden wird, bei dem die Stadt weiterhin auf Offenheit, Transparenz und Partizipation setzen wird – Sie dürfen also gespannt sein!

Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage und ein frohes neues Jahr!

Ulrike Huemer

CIO der Stadt Wien