Interview mit SC Dr. Manfred Matzka, Präsidialchef im Bundeskanzleramt zur DigitalCity.Wien Initiative

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Wo sehen Sie die größten Herausforderungen des IT-Standortes Wien?Bildschirmfoto 2014-09-03 um 10.37.14

Matzka: Obwohl Wien nach London und München mittlerweile zur drittgrößten IT-Metropole Europas avanciert ist, darf man sich nicht auf diesem Erfolg ausruhen. Europaweit gibt es nämlich zahlreiche Regionen, die sich kontinuierlich darum bemühen, ihren Standort aufzuwerten. Um im internationalen Standortwettbewerb bestehen zu können, müssen wir also schneller sein als diese und laufend attraktive Anreize sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber schaffen. In der Vergangenheit wurden hier große Leistungen erbracht. Daran kann man anknüpfen, damit sich in Wien neue Unternehmen und Start-ups ansiedeln, die Wert schöpfen und Arbeitsplätze sichern. 

Welchen Stellenwert nimmt die IKT-Branche als Wirtschaftstreiber in Wien ein?

Matzka: Die IT-Branche ist ein wesentlicher Motor für Innovation, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum –  für Wien und für ganz Österreich. Sie ist grundlegender Bestandteil der Wiener Infrastruktur und sichert einen großen Teil der hiesigen Arbeitsplätze. Der IT-Dienstleistungssektor wächst kontinuierlich und rangiert mittlerweile in der Wertschöpfung sogar vor der Tourismus-Branche. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen, wodurch die IKT-Branche in der Wirtschaft noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. 

Aber das ist nicht nur ein Wirtschaftsthema: Dass die österreichische Verwaltung modern und effizient ist und mit dem Bürgerportalen HELP.gv.at und USP.gv.at one-stop-shops mit single sign on in Form der Handy-Signatur (www.handy-signatur.at) anbietet, ist sicher kein Nachteil für Wien und Österreich als Standort von IKT-Unternehmen. Es ist also auch das staatliche Environment, das hier zu einer dynamischen Entwicklung beitragen kann.

Wieso erachten Sie den Aktionstag „I like IT“ als unterstützenswert?

Matzka: Es ist uns vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit IT-Branch und -Unternehmen gelungen, Österreich EU-weit als E-Government-Vorreiter zu positionieren, daher suchen wir weiterhin diese Kooperation. Wir haben damit in der Vergangenheit viel erreicht und ein stabiles Fundament für die Zukunft geschaffen – etwa durch die Etablierung der Open-Goverment-Data-Portale oder unser elektronisches Angebot in Form von Internetseiten und mobiler Applikation. Dieses müssen wir ständig erweitern und verbessern – und da helfen uns unsere IKT-Betriebe. Auf dem Weg zur Smart City braucht es Initiativen wie DigitalCity.Wien um auf den Stellenwert der IT-Branche aufmerksam zu machen.