#Kompetenzen #Zukunft – Kollaborationsfähigkeit

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Welche ist die weltweit grösste internationale Zusammenarbeit zwischen Behörden, Organisationen, akademischen Institutionen und BürgerInnen aus der ganzen Welt? Hat Wien irgendwas mit der ersten Vision einer Weltraumstation und überhaupt mit Reisen und Kommunikation im Weltraum zu tun? Worauf kommt es bei Zusammenarbeit überhaupt an?

Urska Peceny

Kultur der Kollaboration

Kollaborationsfähigkeit ist keine angeborene Fähigkeit, sondern etwas das jeder entwickeln kann … oder auch nicht. Obwohl es bei fast allen Problemen am Ende darauf ankommt, dass Ideen aus Mangel an Kommunikation und Kooperation gescheitert sind, beschäftigen wir uns so wenig mit der Kultur der Kooperation. Damit ist nicht nur Teamarbeit gemeint, sondern viel mehr Interdisziplinarität und das Zusammenspiel von Diversität. Nur so können wir mit der permanenten Transformation mitspielen. So wie wir das sehen, passieren diese Dinge nicht einfach von alleine. Sie müssen irgendwo Platz bekommen und richtig gepflegt werden, sodass sie wachsen können. NASA Space Apps Challenge ist so eine Sandkiste in der jeder auf seine Art und Weise beitragen kann.

NASA Space Apps Challenge 2017

Zwischen 29.und 30. April haben sich an 187 Standorten weltweit über 25.000 kreative Köpfe zusammengesetzt und überlegt, diskutiert und gemeinsam Ideen für Lösungen zu den Herausforderungen hier auf der Erde und im Weltall entwickelt. Die NASA Space Apps Challenge, die weltweite größte Massenkollaboration, fand das sechste Mal weltweit und zum dritten Mal auch in Wien statt.

Wien als Vorreiterin

Unter den 187 Standorten in 69 Ländern leistet Wien eine Art Pionierarbeit. Das war schon einmal so. Nämlich nicht in den Vereinigten Staaten, Russland oder sonst wo anders, sondern 1928 in Wien veröffentlichte Hermann Noordung das Buch „Das Problem der Befahrung des Weltraums – Der Raketenmotor“. Während sich die Massen im Prater mit der Eröffnung der Liliputbahn beschäftigten, machte sich Noordung Gedanken über die Realisierung von Raumstationen und geostationären Satelliten. Sein Werk wurde zur Inspiration für viele Science-Fiction-Autoren.

Wir vom NASA Space Apps Wien Team wollen Raum für solche Visionen schaffen und entwickeln dafür zum Basisprogramm der NASA Space Apps Challenge neue Formate, in denen die technologische und die soziale Innovation Hand in Hand gehen. Wien wurde dafür auch im NASA Space Apps Challenge Mission Report 2016 erwähnt; letztes Jahr haben wir als erste Location weltweit zwei Neuankommlinge als Teilnehmer gehabt. Wir glauben an Integration durch Innovation und wollen sie fördern. Heuer war es schon eine Gruppe von zehn Neuankommlingen und insgesamt waren rund 100 TeilnehmerInnen in verschiedenen Rollen aus 20 verschieden Nationen dabei. Zusätzlich haben auch virtuelle TeilnehmerInnen mit Teams in Wien gearbeitet.

Die Erde gehört uns allen

NASA hat heuer 28 Challenges veröffentlicht, die alle mit der Erde verbunden waren. Die Idee dahinter ist das Bewusstsein zu fördern, dass viele Weltraumtechnologien eigentlich das Leben hier auf der Erde unterstützen und um einen Aufruf zu machen, dass wir uns alle damit beschäftigen sollten. Die Challenge in Wien hat bisher in universitärer Umgebung stattgefunden, heuer das erste Mal als Kooperation mit den Österreichischen Lotterien. Das Studio 44 hat sich in die vorgenannte Sandkiste für Kollaboration verwandelt in der kleine Dronen herumgeflogen sind und immer wieder Personen im Kopfstand gestanden sind. Die TeilnehmerInnen und MentorInnen mit unterschiedlichsten Profilen haben sich mit den Themen von Kollaborationsinnefizienz und biologischem Evolutionsdesign bis zur attraktiven Ausbildungsapp oder Energieeffizienz mit Solarpanelen beschäftigt. Dass die Ideen und deren Autoren in Österreich nicht alleine gelassen werden zeigt neben der Kooperation mit FFG und Wirtschaftsagentur Wien auch die Kooperation mit dem ESA Business Incubator Center in Graz.

“Hacking the hackathon”

Das es nicht nur um die Technologie geht beweist die Arbeit von dem Bigger Picture Team, das den Hackathon als Lernlabor nutzte. Vom lernen sich zu bewegen, bis zum lernen zu kommunizieren um Beziehungen und Gemeinschaften zu bauen, haben sie den Hacking als Transformationstool für die kollaborative Gestaltung unseres Lebens erforscht. Wie kann man Innovationen nachhaltig machen? Wie kann man Zusammenarbeit verbessern? Die Erkenntnisse zeigen, dass es einen Bedarf an Raum für Konversation und auch Regeneration gibt. „Wir müssen das Leben und die Organismen besser verstehen. Das wird uns menschlichen Organismen helfen, unsere Gemeinschaften auf der Erde und neue Gemeinschaften im Weltraum zu entwickeln und neu zu gestalten – in der Weise, die jedes Mitglied nach den eigenen besten Möglichkeiten beitragen kann,” erklärte Lucas Pawlik aus dem erwähnten Team.

Die Zukunft sollten Kinder gestalten

Am Sonntag sind gleich in der Früh Kinder zwischen 10 und 14 Jahren in das Studio 44 gestürmt. Nach 2 Jahren Kinderworkshops ist heuer die Entscheidung gefallen, dass eine echte Junior Challenge stattfinden soll. Da Vinci Lab und Österreichisches Weltraumforum (ÖWF) haben das Konzept entwickelt in dem sich Kinder in 6 Aufgaben mit Weltraummüll und Leben im Weltall beschäftigt haben. Dafür haben sie verschiedene Roboter und Satelliten gebaut und gesteuert, Weltraumstationen entworfen und am Ende dem besonderen Gast Werner Gruber vom Planetarium Wien und dem Publikum präsentiert. Die Stimmung war einzigartig und die Kinder haben gestrahlt. Um die Zukunft brauchen wir uns keine Sorgen machen, wenn wir unsere Kinder nur gestalten lassen.

Alle sind die Gewinner

Wenn wir uns alle um Erde und Universum kümmern würden, würden alle gewinnen. Mit diesem Spirit tragen auch alle bei der Challenge mit open source Lösungen bei. Die Jury unter Führung von Gernot Grömer, Präsident vom ÖWF hat 2 Teams für das Finale der NASA Jury ausgewählt: etwa das 360° Flight Explorer Team in dem Ales Nohel, Andreas Trawöger und Thomas Hascka das Konzept für In-flight edutainment in VR entwickelt haben und TERMinator, eine App in der schwierige Begriffe spielerisch erklärt werden, entwickelt von Sara und Desiree Steininger. Die zwei Schwester haben mit Sympathie gleich auch die Nominierung in der “People’s Choice” Kategorie gewonnen.

Mitmachen in 2018!

Lust bekommen die Zukunft mitzugestalten? Das ist die richtige Gelegenheit! Die Planungsphase für das nächste Jahr hat schon angefangen. Alle kollaborationsfähigen Organisationen und Personen und auch die, die das lernen wollen, sind willkommen. Mehr Informationen in dem Eventbericht und auf der Webseite.

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Dr. Urska Starc-Peceny, ist Koordinatorin der NASA Space Apps Challenge Vienna und leitet Community & Kommunikation in dem CEE Network. Die gebürtige Slowenin hat sehr reiche langjährige Erfahrung als Expertin in Kollaborationsdesign und ist unter anderem auch in internationalen smart city & community Projekten tätig.

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