Man kann ohne Programmierkenntnisse leben – doch will man das heute noch?

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Wer nicht in der Lage ist zu erkennen, – egal in welchem Alter – welche Möglichkeiten in dieser Disziplin stecken, wird mit der Zeit einen immer größeren Nachteil haben. Was bedeutet das für die österreichischen Kinder im Volksschulalter und in den Jahren danach?

Elisabeth Weißenböck und Anna Relle © Iris Camaa

„Jede/r in diesem Land sollte lernen, wie man einen Computer programmiert, weil uns das Denken lehrt.“ Dieser Satz kommt vom Apple Gründer Steve Jobs, der angeblich in seinem ganzen Leben keine einzige Programmierzeile geschrieben hat. Er war aber mit Sicherheit einer der größten Visionäre des 20. Jahrhunderts, und sein Satz wurde inzwischen zum vielzitierten Motto im Bildungswesen aber auch in Unternehmerkreisen.

Eines der größten Missverständnisse, die mit Programmieren, bzw. mit Programmieren-Lernen verbunden sind ist dieses: „lerne Programmieren und werde ProgrammiererIn, denn das ist der Beruf der Zukunft“.

Steve Jobs hatte mit seinem oben erwähnten Satz vor über 20 Jahren nichts dergleichen im Kopf gehabt, sondern viel mehr das Gegenteil. Die Zukunft wird nicht (nur) professionelle Programmierer und Programmiererinnen brauchen. Dafür wird aber jene Fähigkeit immer wichtiger, auf die Programmieren basiert:  analytisches Denken. Diese Fähigkeit wird in unserem Alltag, unabhängig vom Beruf und Beschäftigungsfeld, immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Selbst bei 6- bis 7-jährigen Kindern wäre es sehr wichtig, die Gedankenwelt der Algorithmen als Basis für kognitive Leistungen zu etablieren. Diese Prozesse unterstützen Kinder beim Strukturieren von z.B. Aufgaben und Gedanken und beim Problemlösen. Somit helfen ihnen diese Fähigkeiten sogar bei vielen Schulfächern.

Gleichzeitig ist auch die Entwicklung der Kreativität wesentlich, denn das höchste Niveau des algorithmischen Denkens ist die Adaptierung und kreative Neu-Verwendung bzw. Kombinierung der geübten und bekannten Algorithmen.

Durch all diese Kompetenzen bringen konkrete Programmierkenntnisse nach der Schulzeit auch für jene BerufsanwärterInnen große Vorteile, die nicht in einem informatischen Bereich arbeiten wollen.

Für die heutigen Schülerinnen und Schüler wird Programmieren eine ähnliche Grundkompetenz sein, wie eine Fremdsprache für die jetzt erwachsene Generation. Österreich hinkt leider in diesem Sinne vielen anderen Ländern nach, in denen Coding bereits ein allgemein akzeptiertes und in den Lehrplänen verankertes Schulfach ist. Aktuelle Initiativen von Wirtschaft und Politik arbeiten daran, diese Lücke möglichst bald zu schließen. Die Schätzungen, wie lange dies Aufholzeit für Österreichs Kinder dauern wird, gehen weit auseinander.

Was soll jedoch inzwischen passieren? Wo sollen Kinder, die jetzt in die Schule gehen und die geplanten Initiativen nicht mehr genießen werden, diese Fähigkeiten erlernen? Eltern, die den Bedarf für ihre Kinder erkennen, haben in Österreich zur Zeit nur die Möglichkeit auf private Initiativen auszuweichen.

Genau mit dieser Überlegung wurde die Programmierschule acodemy in 2016 gegründet. Acodemy bietet Kindern zwischen 5 und 15 Jahren regelmäßigen Programmierunterricht. In den Codingstunden programmieren Kinder ihre eigenen kleinen Computerspiele oder Geschichten, ab 13 Jahren sogar eigene Apps. Diese Methodik gewährleistet die Freude der Kinder am Programmieren, und damit die Motivation der jungen TeilnehmerInnen. Für viele von ihnen wird der Wochentag der Programmierstunde zum Lieblingstag der Woche.

Um die logistische Herausforderung der Eltern zu minimieren, bietet die Programmierschule acodemy die Kurse nicht nur an den eigenen Standorten, sondern auch vor Ort in öffentlichen und privaten Schulen und bei Unternehmen für Kinder der MitarbeiterInnen.

Didaktischer Hintergrund: der regelmäßige Programmierunterricht der Programmierschule acodemy basiert auf einen eigens für österreichische Schülerinnen und Schüler entwickelten Lehrplan. Da Kinder beim Programmieren das Gelernte aus vielen Schulfächern verwenden sollen, ist der Programmierlernplan mit dem Fortschritt der einzelnen Schulfächer der österreichischen Schulen abgestimmt.

Durch die Verwendung in den Programmierprojekten – die in der Regel von den Kindern programmierte Geschichten und Computerspiele sind – lernen die Kinder die Begriffe, die sie in der Schule in Theorie gelernt haben, auch in der Praxis zu verwenden. Das bedeutet nicht nur sehr viel Spaß aber auch schöne Erfolgserlebnisse.

So schließt sich der Kreis. Weil es sich nicht auszahlt, ohne Coding-Grundverständnis der digitalen Zukunft entgegenzusehen, ist ein spielerischer, kreativer, spannender Programmierunterricht für die Kinder eine ausgezeichnete Investition in ihre persönliche Zukunft. Privat sowie beruflich.

© acodemy

© acodemy

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Anna Relle und Elisabeth Weißenböck sind Gründerinnen und Inhaberinnen der Programmierschule acodemy, in der Kinder zwischen 5 und 15 Jahren spielerisch, altersgerecht und mit sehr viel Spaß Grundlagen der Informatik lernen. Zusätzlich zum Hauptstandort im 9. Bezirk in Wien, können Kinder und Jugendliche in den eigenen Bildungseinrichtungen an 16 Standorten in Wien und Umgebung, sowie in Linz acodemy Codingkurse besuchen oder an Feriencamps teilnehmen. www.acodemy.at, Facebook: https://www.facebook.com/acodemy.programmierschule/