Wearable Technology: Smartglasses, kommt da noch was?

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Vor bereits über 4 Jahren kam mit der Google Glass die erste Smartglass auf den Markt. Ein nicht unumstrittener Akzent von Google, der für viele Diskussion auf verschiedensten Ebenen führte. Plötzlich wurde unter anderem das Tragen von Smartglasses auf Toiletten thematisiert, weil es plötzlich zum Alltag in San Francisco gehörte. Bald darauf entstand der Begriff “Glasshole”, welcher Personen zugeschrieben wurden, die wenig Feingespür für Situation an den Tag legten, an denen Smartglasses wohl lieber ausgeschaltet hätten bleiben sollen.

Lukas Kinigadner

Bereits nach wenigen Monaten waren die Signale der Gesellschaft deutlich wahrzunehmen:“Smartglasses, nein danke!”. Jedoch wurde durch den mutigen Schritt von Google eine Sensibilisierung für dieses Thema angestoßen und es tauchten immer wieder vereinzelt Use Cases, speziell im B2B Bereich für Smartglasses auf. Hier liegt das Akzeptanzniveau deutlich höher als im B2C Sektor. Man lässt sich fast selbstverständlich seinen Reisepass am Flughafen Gate von einer Smartglass abscannen. Hier versteht jeder den Nutzen dahinter, profitiert selbst von schnelleren Prozessen und muss nicht mehr so lange in Warteschlangen stehen.

Seit 2013 hat sich also nicht nur die Hardware, die damals auf der Google Glass schon zwei Jahre alt war, deutlich verbessert, auch die Gesellschaft ist offener gegenüber Datenbrillen auf dem Gesicht unseres Gegenübers. Sei es eine Brille für Virtual -, Mixed- oder Augmented Reality oder eine Smartglass, man ist an solche Bilder eher gewohnt, als noch vor 4 Jahren.

Einige der Big Player die heute die Entwicklung von Smartglasses vorantreiben sind Microsoft mit ihrer Hololens, Epson mit ihrer Moverio 3000 , Vuzix mit M3000 und ODG mit R-7HL. Wir mit Anyline versuchen uns unter anderem hier als Zulieferer zu positionieren und mit unserer OCR Technologie, Smartglasses noch ein Stückchen mächtiger zu machen. Einige unsere Prototypen lassen schon jetzt das Potential aufblitzen, was es heißt, wenn Smartglasses lesen können.

Die riesige Ölpest im Golf von Mexico in der 800 Millionen Liter Erdöl ins Meer geflossen sind, hätte sich 2010 vielleicht verhindern lassen, wenn ein Mitarbeiter auf der Bohrplattform nicht ein wichtiges Teil falsch montiert hätte. Mit einer Smartglass, montiert auf dem verpflichtenden Helm, wäre eine Identifikation des Bauteils mittels AI driven Software, wie beispielsweise mobileOCR von Anyline, möglich gewesen und über ein Display hätte der Mitarbeiter Schritt für Schritt durch die Montage geführt werden können.

Ein etwas überzeichneter Use Case für den Einsatz von Smartglasses, jedoch zeigt er deutlich auf, in welche Richtung es im B2B Bereich mit Datenbrillen gehen kann. Schon heute gibt es ähnliche Projekte bereits in Umsetzung. Hat sich das Tragen solcher Brillen im Geschäftsfeld erst einmal etabliert, ist die Frage wie groß der Schritt dann hinein in den Alltag ist? In der Szene kursieren schon zu jedem großen Player Gerüchte, dass in den nächsten 2-3 Jahren neue Smartglasses veröffentlicht werden. Auch von Google wird ein bedeutender nächster Schritt durchaus erwartet. Die Frage die sich Brancheninsider stellen, ist nicht mehr ob Smartglasses kommen oder wann, sondern wer damit am erfolgreichsten sein wird!

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Lukas Kinigadner ist Geschäftsführer und Gründer von Anyline, einem jungen Wiener Technologieunternehmen. Mit Hilfe von dem Anyline SDK können Smartglasses oder Smartphone Apps kurze Texte oder Nummern einlesen und zur digitalen Weiterverarbeitung aufbereiten. Für diese Technologie gewann Anyline bereits zahlreiche internationale Awards.