Wenn sich kritische und kreative Geister ergänzen

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog

Wie erfolgreiche BürgerInnenbeteiligung aussieht, zeigt die Digitale Agenda Wien. Wie aber erreicht man, dass sich Menschen mit ihren Ideen einbringen?

Zuerst einmal müssen die BürgerInnen erfahren, dass ihre Ideen gefragt sind: im Falle der Digitalen Agenda Wien (DAW) bedeutet das, welche Dienstleistungen sie sich von der Stadt Wien wünschen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurde die Website www.DigitaleAgenda.wien gelauncht um Informationen zum Prozess an die BürgerInnen zu transportieren und die Ideensammlung ins Leben zu rufen.

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Michael Hagler, (c)Bohmann/Andrew Rinkhy (2)

In der ersten Phase der DAW brachten rund 400 TeilnehmerInnen 172 Vorschläge ein, aus deren Input Offline an einem Strategietext gearbeitet, der jedoch im weiteren Verlauf wieder Online zur Diskussion freigegeben wurde. Im Online-Ideenforum können Ideen eingebracht werden, nachdem diese einem ersten „reality check“ unterzogen wurden und die Vorschläge konkretisiert waren. Der Erfolgsgarant bei der Beteiligung ist daher der optimale Online-Offline-Mix.

In der Umsetzungsphase „Digitale Agenda Wien KONKRET“ (25.11.2015 – 25.01.2016) sollten gezielt App-Services entwickelt werden. Der Aufruf wurde im Intra- und Internet, per Community-Newsletter sowie mittels Plakaten an die Wiener Bevölkerung gerichtet. Gleichzeitig haben wir einen eigenen Facebook-Auftritt gelauncht, wodurch ermöglicht wurde, kostengünstig und effizient, über den aktuellen Stand der Ideengenerieriung zu informieren und die Beteiligung dadurch zu erhöhen.

Je mehr Leute sich am Prozess beteiligen, desto mehr kreative Ideen können daraus entstehen. Der krönende Abschluss des Projekts fand über den Dächern Wiens – im 19. Stock des TechGate Vienna – statt: Der Open-Space-Workshops präsentierte die sieben besten Vorschläge, die am Ende des Tages drei App-Lösungen hervorbrachten, die im weiteren Verlauf weiterentwickelt und auf ihre Umsetzung geprüft werden.

Digital Agenda vs. DigitalCity.Wien

Wenn man die obigen Zeilen liest, fallen sofort eine Vielzahl von Analogien zwischen der Digitalen Agenda Wien und der Initiative DigitalCity.Wien auf, denn beide sehen die Prinzipien Partizipation, Kollaboration und Kooperation als die gemeinsame Basis:

• Kritische und kreative Geister tauschen sich teils online (etwa auf Facebook.com/DigitalCityWien), teils offline – etwa in der erstaunlich gut besuchten monatlichen Montagsrunde – aus.

• Der enorme Mehrwert der durch den offenen Austausch mit der „Außenwelt“ entsteht. Bei der DAW sind dies die learnings durch die Bevölkerung und der Wirtschaft. Im Falle von der DigitalCity.Wien ist es eine spannende Kooperation von zahlreichen IKT-Unternehmen und der Stadt Wien. Für alle Beteiligten eine Möglichkeit den Horizont zu erweitern und smarte Ergebnisse zu schaffen.

• Die Notwendigkeit, dass im Zuge der operativen Arbeiten keine übertriebene Detailorientierung entsteht, sondern die strategischen Ziele stets im Vordergrund bleiben.

• Und natürlich die handelnden Personen! Denn besonders stolz sind wir, dass zahlreiche Personen aus der DigitalCity.Wien seit der ersten Stunde mitgearbeitet haben – und zwar sowohl in der Digitalen Agenda als auch bei der DigitalCity.Wien.

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Michael Hagler hat Wirtschaftsrecht an der WU Wien studiert und ist nach Absolvierung der Gerichtspraxis in die Magistratsdirektion der Stadt Wien gewechselt. Dort ist er unter anderem für die Digitale Agenda Wien KONKRET zuständig. Für die DigitalCity.Wien engagiert er sich mit Überzeugung im Kernteam, welches wöchentlich zusammenfindet und an der Umsetzung aktueller Projekte mitwirkt.