Wie wirkt sich die fortschreitende Technologie auf die ältere Generation aus?

Geschrieben von Office DCW am in #DigitalMondayBlog, Home

Die Technik spielt im Leben eines jungen Menschen immer früher eine wichtige Rolle. Natürlich gehen die immer mehr werdenden Möglichkeiten auch nicht an unserer älteren Generation vorbei. In unserem Schulprojekt „SE3“ lernen SchülerInnen der Abteilung für Informationstechnologie am TGM gemeinsam mit SeniorInnen, wie man in der Technik am Ball bleibt.

Stefanie Müllner

Welchen Sinn hat dieses Projekt?

Als angehende IT-TechnikerIn ist es von großer Bedeutung zu wissen, wie alle Zielgruppen mit der Technik umgehen, insbesondere mit Computern und deren Bedienung, sowie Webseiten oder Programmen. Durch unseren Workshop in den PensionistInnen-Clubs der Stadt Wien, lernen wir nicht nur den Umgang mit Menschen, die sich nicht mit Technik auskennen, sondern auch wie sich die Technik auf andere Generationen auswirkt. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen fällt es uns leichter zu wissen, worauf wir bei der Entwicklung neuer Technik achten müssen. Das Ganze immer nur von einer Seite zu sehen kann sehr einschränkend sein. Durch unsere Arbeit mit den SeniorInnen merken wir, wie viel für uns wirklich selbstverständlich ist. Und auch die SeniorInnen freuen sich, mit dem Lauf der Zeit zu gehen und etwas Neues zu lernen.

Wie erklärt man etwas Alltägliches?

Für viele Jugendliche ist es einfach einen Computer zu bedienen und bereits eine tägliche Routine. Ein Alltag ohne Laptop oder Smartphone ist für viele schon unvorstellbar geworden. Was eine Maus ist und wie man sie bedient oder im 10-Finger-System zu schreiben ist Routine für jeden der jüngeren Generation. Wieso auf einer Tastatur jedoch nicht alle Buchstaben nach dem Alphabet geordnet sind oder was ein Virenprogramm oder eine Leertaste ist, sind essentielle Fragen, die bei SeniorInnen auftauchen. Die Erfahrungen in diesem Workshop haben uns gezeigt, dass wir Computerbegriffe einfach erklären müssen. Wie macht man das am besten? Wie bei allem Unbekannten wirkt die Bedienung eines Computers am Anfang kompliziert und schwer zu erlernen. Am besten bewährt hat sich eine Methode, in der man Vergleiche mit Dingen aus dem Alltag herstellt.  Man begreift etwas am einfachsten und schnellsten, wenn man einen Bezug dazu hat. Diese Lernmethode funktioniert nicht nur für uns SchülerInnen im Unterricht, sondern auch für SeniorInnen beim Bedienen eines Computers. Nicht nur einmal hört man daher ein „Ah“ oder „Das ist doch gar nicht so schwer“, wenn man den Hintergrund versteht, warum etwas so heißt, oder wozu man das denn wirklich benötigt.

Viele SeniorInnen haben dann auch sehr hohe Erwartungen an uns, vergleichen uns manchmal sogar mit Zauberern, da manche schon mit einem eigenen Gerät kommen, dieses jedoch ein Problem hat und wir Ihnen dabei helfen, es zu lösen. Es benötigt jedoch nicht jeder einen eigenen Laptop oder Computer, denn die PensionistInnen-Clubs stellen auch Leihgeräte zur Verfügung, sodass wirklich jeder am Kurs teilnehmen kann, egal ob mit oder ohne Gerät oder Vorwissen.

Wie ist der Ablauf?

Am Anfang des Schuljahres hatten wir mehrere Vorbereitungsstunden, wo SchülerInnen in die Rolle eines Unwissenden geschlüpft sind und andere ihnen erklären mussten, wie man einen Computer bedient. Hierbei sind wir so gut wie alle Szenarien durchgegangen, damit wir auf alles vorbereitet waren.

Jede Woche trifft sich eine Gruppe von SchülerInnen aus dem dritten Jahrgang und fährt gemeinsam mit einem Lehrer in einen Pensionisten-Club in Wien. Dort erwarten uns SeniorInnen, die sich dafür interessieren die Benutzung eines Computers zu erlernen. Für eine Stunde setzten wir uns mit den SeniorInnen zusammen und klären entweder von ihnen gestellte Fragen, oder arbeiten Unterlagen, die wir unter Vorgaben der LehrerInnen im Vorfeld erstellt haben, durch. Mit den Unterlagen erlernt man die Grundlagen zur Bedienung eines Computers sowie weiterführende Themen wie den richtigen Umgang mit Google, Email, Youtube und etc.

Es ist jedes Mal aufs Neue verblüffend, wie viele SeniorInnen schon ein Vorwissen haben. Die Arbeit zusammen mit den Senioren ist wirklich einzigartig, da auch wir SchülerInnen immer wieder etwas Neues dazu lernen können, und einen Einblick in die Sichtweise anderer Generationen bekommen.

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Stefanie Müllner ist 19 Jahre alt, lebt in Niederösterreich, und ist Schülerin im tgm mit dem Schwerpunkt Informationstechnologie. Sie ist ein aktiver Bestandteil der SeniorInnen-Schulungsworkshops.